Dreesch-Schwerin

Sie sind hier:   Startseite 2006-2009 2009 Februar

Februar

Neu Zippendorfer Bürgerforum mit OB / Integration von Migranten ist langer Weg

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat ihre Reihe der Stadtteilgespräche mit einem Bürgerforum in Neu Zippendorf fortgesetzt. Diskutiert wurden neben Fragen der Integration von Migranten vor allem Themen der Stadtentwicklung sowie Fragen von Ordnung und Sauberkeit.

Neu Zippendorf/Bert Schüttpelz

„Bürgernähe ist für meine Arbeit unverzichtbar. Deshalb sind mir diese öffentlichen Foren in den Stadtteilen so wichtig“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika nach zweieinhalb Stunden Diskussion im Atrium der Astrid-Lindgren-Schule. Mehr als 60 Bürger waren der Einladung des Ortsbeirates gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Stadtentwicklungspläne zu informieren und ihre Sorgen und Probleme direkt an die Verwaltungschefin heranzutragen. Und derer gab es viele.

Dazu gehörte beispielsweise die Integrationsproblematik, die den ersten Teil der Versammlung bestimmte. Dimitri Avramenko, jahrelang Stadtteilmanager in Neu Zippendorf und jetziger Integrationsbeauftragter der Landeshauptstadt, stellte zunächst Zahlen vor – 15 Prozent der Einwohner des Stadtteils sind Bürger mit Migrationshintergrund – und zählte dann Netzwerke, Vereine und Initiativen auf. Eine Antwort allerdings auf die Frage, warum bei so einem breit gefächerten Überbau die Meinung der Basis zum Stand der Integration der Neu-Schweriner eine ganz andere ist, konnte auch er nicht beantworten. Allein das äußerst geringe Teilnahmeinteresse von Migranten am Stadtteilforum spiegelte schon sehr deutlich wider, dass es noch viel Arbeit für den Integrationsbeauftragten gibt. Genau so deutlich wurde aber auch, dass erfolgreiche Arbeitssuche – 51 Prozent der Migranten sind erwerbslos – der Schlüssel zur Integration ist.

Beim Thema Stadtentwicklung ging es als erstes um die Halle am Fernsehturm. Gleich mehrere Bürger machten ihren Unmut über die bevorstehende Schließung des Veranstaltungsortes laut. Gramkow erläuterte geduldig, dass dies der Kompromiss für das Zustandekommen des privat-öffentlichen Projektes zur Sanierung des Sportkomplexes Lambrechtsgrund gewesen sei und zudem mit dem Einzug des Feuerwehrmuseums eine gute öffentliche Nachnutzung gefunden wurde.

Von einer nachhaltigen Lösung für das ehemalige Eiscafé „Eiskristall“ am Berliner Platz konnte Reinhard Hus vom Stadtplanungsamt berichten: Mit vereinten Anstrengungen und ehrenamtlichem Engagement sei es gelungen, das jahrelang leer stehende Gebäude zu einem Stadtteiltreff umzubauen. Am 5. März soll er eingeweiht werden und dann 365 Tage im Jahr geöffnet sein. Auch für den Schulhof der Lindgren-Schule konnte Hus gute Nachrichten vermelden: In diesem Jahr soll die Neugestaltung in Angriff genommen werden.

Noch ein weiterer Schandfleck des Stadtteils soll verschwinden: die frühere Venusbar. Der Multifunktionswürfel, der derzeit nur einen Drogeriemarkt beherbergt, wird abgerissen, informierte die Oberbürgermeisterin. Wann genau dies erfolgen soll und ob dort ein neues Gebäude errichtet wird, liege jedoch in der Entscheidung des Eigentümers, der WGS.

Gleich mehrere Neu Zippendorfer beschwerten sich über die mangelnde Ordnung und Sauberkeit im Stadtteil. Gerügt wurden vor allem ordnungswidriges Fahren und Parken auf dem Berliner Platz – der anwesende Kontaktbereichsbeamte machte sich eifrig Notizen – sowie wildes Parken in der Bosselmann- und Wuppertaler Straße. Die Bürger forderten nachdrücklich stärkeren Einsatz von KOSD-Streifen im Stadtteil. OB Gramkow machte auf die dramatisch verschlechterte Personalsituation des kommunalen Ordnungsdienstes aufmerksam. „Wir wollen das noch in der Pilotphase stehende Projekt, das von der Kommunalaufsicht als freiwillige Aufgabe eingestuft ist, noch in diesem Jahr in ein tragfähiges Konzept mit festen Stellen umwandeln“, kündigte Gramkow an, fügte aber hinzu: „Ordnung und Sauberkeit ist etwas, für das sich auch jeder Bürger selbst mitverantwortlich fühlen sollte.“

Franziska las am besten

„Wenn man als Vorleser überzeugen will, muss man sich auf die Geschichte einlassen. Das Wichtigste ist das Denken und die Fantasie.“ Diesen Tipp von Rufus Beck, der als Hörbuchsprecher der Harry-Potter-Reihe berühmt wurde, beherzigten auch die sieben jungen Schweriner, die gestern zur Stadtmeisterschaft des 50. Vorlesewettbewerbes des deutschen Buchhandels angetreten waren. In der Stadtteilbibliothek Neu Zippendorf lasen die Sechstklässler, die sich als jeweilige Schulbeste qualifiziert hatten, in beeindruckender Weise aus ihren Lieblingsbüchern, unter anderem „Momo“ von Michael Ende, „Die Spiderwick-Geheimnisse“ von Tony DiTerlizzi oder „Biss zum Morgengrauen“ von Stephenie Meyer. Dann mussten alle Teilnehmer noch einen ihnen unbekannten Text aus „Das Dorf am Meer“ von Paula Fox vortragen. Am besten bewältigte Franziska Kramer vom Pädagogium diese Aufgaben. Sie nimmt am Landesfinale im Mai im Schleswig-Holstein-Haus teil 

 

 

« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »
nach oben