Dreesch-Schwerin

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August

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Neubau geplant : Wohnkuben ersetzen Wohnheim

Wo bis Ende 2011 Wohnungslose eine Bleibe erhalten hatten, sollen bald junge Familien ein neues Zuhause finden. In der Anne-Frank-Straße wird ein neues Wohnquartier aus dem Boden gestampft: zwölf Dreigeschosser mit je sechs Eigentumswohnungen. Im Schatten des Hochhauses entsteht mit „Wohnen am Park“ ein Stück neuer Großer Dreesch.
Dieser Stadtteil gehört zur jüngeren Geschichte Schwerins. 1971 rollen dort die ersten Bagger. Das Plattenbaugebiet soll 14 000 Schwerinern ein modernes Zuhause geben. Ein Jahr später ziehen die ersten Mieter ein. Im Dezember 1977 übergeben Schwerins Politiker die Poliklinik in der Kalininstraße, die heutige Anne-Frank-Straße, an die Stadt der sieben Seen. Der Monumentenberg schräg gegenüber bekommt 1978 ein neues Gesicht. Östlich davon entstehen auf dem Gebiet des künftigen neuen Quartiers damals moderne Wohnkomplexe.

Nach der Wiedervereinigung kämpft auch der Dreesch mit Einwohnerschwund. Der Stadtteil muss sich anpassen. Die einst modernen Wohnungen gelten nicht mehr als „chick“. Vernagelte Türen, blinde Fenster, schrammelige Blechbalkone und gammlige Fassaden bestimmen immer stärker das Bild des Stadtteils. Das Image-Problem der Platte wird größer, um so leerer der Dreesch wird. Im August 2004 fällt der erste Wohnheimkomplex in der Anne-Frank-Straße der Abrissbirne zum Opfer. In einem weiteren, leer stehenden Block erhalten Obdachlose zeitweise ein Dach über dem Kopf.

Die Theatergruppe des Goethe-Gymnasiums, kurz „Taggs“, macht im Juni 2010 einen leer stehenden Block in der Nachbarschaft zur Theaterbühne. Ende 2011 zieht das Obdachlosenheim in die Weststadt, im Februar 2012 werden das Gebäude und der Nachbarblock dem Erdboden gleich gemacht. Während die WGS überlegt, wie sie die Brachfläche vermarktet, wächst Gras über die kahle Stelle. Jetzt werben Schilder für den neuen Wohnstandort auf jungem aber doch geschichtsträchtigem Bauland.

Immerhin weist auch der Straßenname auf eines der bedeutendsten Zeitdokumente deutscher Geschichte: Das Tagebuch der Anne Frank ist seit 1947 in mehr als 50 Sprachen erschienen und erzählt die Geschichte der jüdischen Familie, die sich vor den Nationalsozialisten versteckt hatte. Anne Frank selbst starb kurz vor Kriegsende 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

 

Bunte Mode für Baum und Lampe
Im Stadtteiltreff „Eiskristall“ handarbeiten die „Plattelinos“ nach dem Vorbild des „Urban Knitting“ für einen schöneren Dreesch

Im Jahr Anfang 2005 begannen in Houston/Texas Frauen damit, Türklinken mit Handarbeiten zu verschönern, anstatt Socken, Handschuhe oder Pullover zu stricken. Sie lösten – begünstigt durch das Internet und die Blog-Szene – eine weltweite Welle aus, die heute den Namen Urban Knitting trägt. Die einen freuen sich über wohltuend warme Farbklekse im Grau der Städte, die anderen wollen damit – feministische – Zeichen setzen, die anderen halten es schlicht für Unfug, Laternen, Geländer und Bäume mit Häkel- oder Strickarbeiten zu verzieren. Diese Mode erobert nun auch den Dreesch. „Das kostet kein Geld, nur Zeit“, sagt Strick-Fan Hanne Luhdo. Die Vorsitzende des Vereins „Die Platte lebt“ und Stadtteilmanagerin hat, wie zuvor schon die Idee des Repair-Cafés, auch diesen Trend in ihr Quartier geholt. Seit einigen Wochen wird jeden Mittwoch von 15 Uhr an im Stadtteiltreff Eiskristall am Berliner Platz gehäkelt und gestrickt, was die Wollreste hergeben. Von niedlichen kleinen Mäusen über aufwändige Muster bis zu „glatt rechts“ ist alles vertreten.

 

SWG baut Rampen an Hauseingänge
Hindernisse leichter überwinden

Schwerin • Ob im Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen – allzu oft ist eine Treppe ein Stolperstein für die Gleichberechtigung. Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft setzt dagegen schon lange die richtigen Zeichen – so auch in Neu-Zippendorf, wo die Hauseingänge der Hamburger Allee 13-15 mit Rampen ausgestattet werden.
„Wir sind endlich raus aus den Startblöcken“, sagt Gabriele Szymanski voller Energie. Die erfahrene Bauingenieurin meint damit, dass die Arbeiten in der Hamburger Allee schon seit dem 18. August auf Hochtouren laufen. Zweieinhalb Monate haben sie und die SWG für den Umbau eingeplant.
„Im November werden die Eingänge barrierefrei befahrbar sein“, gibt sich Gabriele Szymanski gewiss. Sie freut es, dass auch ein Haus wie dieses, welches nur teilweise saniert ist, von der städtebaulichen Förderung profitiert. 60.000 Euro fließen auf diese Weise in die Umsetzung des Projektes. Insgesamt investiert die SWG 180.000 Euro in die Hamburger Allee. Doch dafür passiert noch mehr: „Wir werden uns auch um die angespannte Parkplatzsituation kümmern“, verspricht die Bauingenieurin. So sollen erheblich mehr Stellplätze geschaffen werden, die zugleich das bisherige Parken auf dem Seitenstreifen – ebenfalls oft genug ein Hindernis – überflüssig machen werden.

 

Plattenstern im Mueßer Holz wächst

Der Anfang ist gemacht. Am 2. August wurde auf der Brachfläche an der Hegelstraße im Mueßer Holz der Grundstein für den „Plattenstern“ gelegt. Zum Start des Projektes des Vereins „Die Platte lebt“  waren nicht nur Vereinsmitglieder gekommen. Die Initiatoren Prof. Dr. Ulrich Schroeder und Hanne Luhdo waren froh über die Helfer aus der Petrusgemeinde, die mit Thomas Ruppenthal für den Aufbau der Gabionen sorgten. „Power for Kids“ sammelte aus dem Umfeld die Steine zusammen, die von den Kids farbig besprüht wurden. Das Füllen der fünf Meter langen Gabionen mit den unterschiedlichen Steinen war gar nicht so leicht, doch die Mühe hat sich gelohnt. Durch Holzbretter werden sie in den nächsten Tagen zu Sitzgelegenheiten. Wann die restlichen vier Gabionen aufgebaut und gefüllt werden, hängt vom Abriss des SWG-Plattenbaus in der Magdeburger Straße ab. Von dort wird durch das Abrissunternehmen SAR das Füllmaterial geliefert. SAR-Chef Uwe Grosse sagte unkomplizierte Unterstützung zu und liefert die Steine sozusagen frei Haus. Wenn der komplette Gabionen-Stern dann steht, voraussichtlich im September, soll er zum Liebes-Stern werden. An die Gitter kann man dann Vorhängeschlösser anbringen, mit denen Paare ihre Liebe und Verbundenheit bekunden. Solche Schlösser kann man im „Eiskristall“ am Berliner Platz kaufen und dort auch gravieren lassen.

Wie es dann weitergeht auf der 625 Quadratmeter großen Teilfläche, die die Stadt dem Verein „Die Platte lebt“ kostenlos vermietet hat, ist noch nicht abzusehen. Derweil stricken und sticken kreative Frauen des Vereins lustige Tierfiguren, Blüten und Bänder, um die Bäume zu schmücken. Das, was anderswo „Urban Knitting“ heißt, wird von den Mecklenburgerinnen „City-Knütt“ genannt (im Plattdeutschen bedeutet knütten: knoten, stricken). Sie treffen sich immer Mittwochnachmittag im Stadtteiltreff und lassen die Nadeln gemeinschaftlich klappern.  Weitere Informationen erhalten Sie in den Stadtteilbüros Neu Zippendorf (Tel. 3260443) und Mueßer Holz (Tel. 2000977) sowie im „Eiskristall“ (Tel. 4792564)

 

Plattenpark

Das erste Projekt, der Plattenstern, entsteht. Ein Projekt vom Die Platte lebt e.V.

 

 

Sanierung der Hamburger Allee

 

 

 

 

 

 

 

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