Dreesch-Schwerin

Sie sind hier:   Startseite 2006-2009 2009 Juni

Juni

Sportfest

Sport im Freizeitpark Neu Zippendorf

 

„Es wird nicht das einzige bleiben“

Mulikulti-Sommerfest rund ums „Eiskristall“ brachte viel Abwechslung und Spaß

Das hatten die Bewohner inder Pankower Straße wohlnoch nicht erlebt: Zwischengrauen Plattenbauten zeigtenFrauen farbenfrohe Abend-kleider und temperamentvolleTänze. Junge Leute rappten,es wurde gesungen und musiziert. Alt und Jung, Einheimische und Migranten hattensich zusammengefunden, umgemeinsam den Sommer zubegrüßen – mit Gesang, Tanz und Spiel. Zu den Gästengehörten auch der Integrationsbeauftragte der StadtSchwerin, Dimitri Avramenko, sowie die StadtvertreterThoralf Menzlin (Die LINKE) und Stev Ötinger (FDP). Während die Lütten beimMueZi-Zielwerfen um kleine Preise kämpften, kamen sich die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen näher. Das Wetter spielte zum Glück mit, sodass das Programm, das überden Verfügungsfonds „SozialeStadt“ gefördert wurde, wiegeplant vor dem Stadtteiltreffablaufen konnte. Und das warsehr kontrastreich. Die Rappervon „Power for Kids“ beeindruckten mit Texten, die unterdie Haut gingen. Irina Grewzow, Elena Schmidt undZoja Vites zeigten selbstgeschneiderte Kleider, dieselbstbewusst und mit vielFreude präsentiert wurden. Bei den Liedern wurde kräftigmitgesummt oder mitgesungen. Selbst den Platten-Songdes Vereins gab es auf Russisch. Am Ende brachte es Mitorganisatorin Irina Abliganz vom Stadtteilmanagement Neu Zippendorf aufden Punkt: „Durch solche Feste lernen wir unterschiedliche Kulturen und Talente kennen. Deshalb wird es sicher im nächsten Jahr wieder so ein Sommerfest geben.“

Sommerfest

Der Verein die Platte lebt feiert Sommerfest am und im Eiskristall

 
Mehrgenerationenprojekt verschönert Wohnquartier

Wie kann das Wohnquartier Neu Zippendorf noch ein Stück liebenswerter werden? Dieser Frage stellt sich der rührige Verein „Hand in Hand“ seit Jahren. Ein neue Idee wurde jetzt Wirklichkeit: Auf Grünflächen der Innenhöfe grüßen bunt bemalte, lachende Wichtel und drollige Tiere aus Holz Anwohner und Besucher. Hergestellt haben diese Senioren und Kinder aus dem Viertel gemeinsam.

Neu Zippendorf/Timo Weber

Ideengeber für das Mehrgenerationenprojekt war die Schule der Künste, gibt Jürgen Wörenkämper vom Verein „Hand in Hand“ gerne zu. „Die liebevoll gestalteten kleinen Kunstwerke auf dem Mittelstreifen der Ludwigsluster Chaussee sind ein schöner Hingucker. Deshalb haben wir uns gesagt: Das können wir auch.“ Das neu gestaltete Wohnquartier Wuppertaler Straße der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) wurde als Pilotprojekt auserkoren. Die ausführenden Personen fand Wörenkämper in der unmittelbaren Nachbarschaft: die Besucher des SWG-Nachbarschaftszentrums in der Wuppertaler Straße 35 und die Mädchen und Jungen der Volkssolidarität-Kita „Mosaik“ in der Pilaer Straße. Unterstützung gab von Anfang an die SWG, Geld kam unter anderem aus dem Verfügungsfonds Soziale Stadt.

Die Senioren des Nachbarschaftszentrums und die Kita-Kinder einigten sich zuerst auf die Motive. Das war vor drei Monaten. Tiere und Wichtel – das würde gut passen, denn die ersten bunten Holzfiguren sollten am Nachbarschaftszentrum und vor der Kita aufgestellt werden. Die Senioren, allen voran Fritz Donner, übernahmen die Sägearbeiten, die Kinder sorgten für frische Farben. Als die ersten Figuren jetzt aufgestellt wurden, war den Beteiligten der Stolz auf ihre Arbeit deutlich anzusehen. „So stellen wir uns das Engagement im Stadtteil vor“, lobte auch SWG-Vorstand Margitta Schumann das Projekt.

Da es für vorerst ein weiteres halbes Jahr Fördermittel gibt, soll das Mehrgenerationenprojekt in Neu Zippendorf fortgeführt werden. So wie die Kita „Mosaik“ können sich auch andere Kindereinrichtungen aus Neu Zippendorf oder dem Mueßer Holz bei Jürgen Wörenkämper melden (Telefon 3 04 12 91). „Wir haben noch viele Ideen und jede Menge Platz in den Innehöfen“, sagt Wörenkämper.

Plattdeutsche Nachmittage im Stadtteiltreff Eiskristall

Plattdeutsche Nachmittage Neu Zippendorf zvsNach dem erfolgreichen plattdeutschen Nachmittag mit dem Ensemble „Forelle“ im Stadtteiltreff „Eiskristall“ soll am Berliner Platz nun regelmäßig platt geschnackt werden. Erster Gastgeber in der neuen Reihe „Kaffeeschnack“ ist Karl-August Puls am 13. und 29. Juni, jeweils um 15 Uhr. Der rüstige Rentner hat Spaß daran, in geselliger Runde „dit un dat up Hoch un Platt“ zum Besten zu geben. In der Stadtteilbibliothek Neu Zippendorf hat er bereits seine Bücher „Mein Leben am Kreuzweg“ und „Herzen im Schnee“ vorgestellt. Im „Eiskristall“ soll nun improvisiert werden. Bei Kaffee und Kuchen wollen die Besucher das Plattdeutsche pflegen oder einfach nur zuhören und sich über den typischen Humor der Mecklenburger amüsieren, auch wenn sie wie Karl-August Puls gar nicht in Mecklenburg geboren sind. Aber der Mann aus der Griesen Gegend ist „seit einer Ewigkeit“ in Neu Zippendorf zu Hause und mit seinen 81 Jahren das älteste Mitglied im Verein „Die Platte lebt“.

Heiße Stimmung am Eiskristall

Rund um den neuen Treffpunkt „Eiskristall“ zeigte Neu Zippendorf am Sonnabend, wie viel Kultur in diesem Stadtteil steckt. Das reichte von Hip-Hop und Breakdance bis zu Darbietungen des Vereins „Freundschaft“. Hanne Luhdo vom Verein „Die Platte lebt“ führte durch den Sommerfestnachmittag, begleitet von der wachsamen Plattenbau-Polizistin des Vereins. Die nächste Woche im Eiskristall steht unter dem Motto „Besucher kochen für Besucher“. Täglich ab 11 Uhr wird dort gesundes, preiswertes und leckeres Essen zubereitet. 

Vermieter DKB für Einsatz im Mueßer Holz mit bundesweitem Preis geehrt

Attraktiver Plattenbau: Nachdem die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) einen Preis des Bundesbauministeriums für die Neugestaltung in Neu Zippendorf erhielt, wurde der DKB, Vermieter im Mueßer Holz, jetzt bei einem bundesweiten Wettbewerb der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft „Profession fürs Wohnen“ der Fachzeitschrift „DW – Die Wohnungswirtschaft“ verliehen.

Mueßer Holz/Timo Weber

Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto „Profession fürs Wohnen“. Mit dem Zukunftspreis ist das Konzept der DKB Immobilien AG, zeitgemäß ausgestatteten und preiswerten Wohnraum in den neuen Bundesländern anzubieten, ein weiteres Mal ausgezeichnet worden. Bereits im Frühjahr 2009 erhielt das Unternehmen den Immobilien-Oscar vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen für das Projekt „Wohnpark Am Glunzbusch“ in Bestensee. Mit ihrem Beitrag „Jetzt wird aufgeräumt – 365 Tage DKB in Mueßer Holz“ konnte sich die DKB Wohnungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern über den zweiten Preis freuen. Der DW-Zukunftspreis würdigt herausragende Beispiele und neue Ideen von Wohnungsunternehmen in Deutschland.

Im April 2008 hatte die DKB rund 850 Wohn- und Gewerbeeinheiten im Mueßer Holz erworben. Das Quartier wies einen großen Instandhaltungsstau auf und die Mieter hatten keinen Ansprechpartner. Mit der Aktion „Jetzt wird aufgeräumt“ startete die Gesellschaft vor Ort durch und schaffte mit Mitarbeitern, Mietern und dem Ortsbeirat Mueßer Holz Abhilfe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: saubere Außenanlagen, Eingangsbereiche und gestaltete Grünanlagen. Vor Ort in der Justus-von-Liebig-Straße 35 wurde ein Servicepoint eröffnet, wo Mieter einen Ansprechpartner finden. Eine Auswertung der Gespräche brachte wichtige Erkenntnisse über den aus Sicht der Mieter dringendsten Handlungsbedarf, bilanziert die DKB.

In den zwei neu eröffneten Musterwohnungen zeigt die Gesellschaft den Mietern Modernisierungsmöglichkeiten insbesondere für die Bäder der Wohnungen. Die Mieter können je nach Bedarf und ihren finanziellen Möglichkeiten ihre persönliche Auswahl treffen. Ziel ist es, den Standort langfristig mit einer Quartiersaufwertung zu erhalten. Hierzu wird mit der Neugestaltung der Außenanlagen und der Sanierung der Wohnungen begonnen.

Da keine Spielmöglichkeiten im Quartier vorhanden waren, bietet die DKB in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt eine mobile Spielmöglichkeit an. So haben die Kinder des Wohngebietes regelmäßig Spiel, Spaß und Bewegung (SVZ berichtete). Das soziale Engagement der Gesellschaft in Mueßer Holz erfreut auch die ortsansässige Kita und den Verein „Die Platte lebt“. In enger Zusammenarbeit mit den Stadtteilbüro Mueßer Holz wird intensiv an der Quartiersqualität weitergearbeitet. „Mit diesen Aktionen ist es gelungen, die Angst der Mieter vor einem Verwalterwechsel abzubauen“, begründete die Jury die Ehrung.

 

Brechtschüler diskutierten mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen

Auf dem Dreesch sind nicht nur viele Kulturen, sondern auch viele Religionen vertreten. Für ein besseres Verständnis untereinander ist es wichtig, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu kennen, findet Religionslehrer Ralf Schlenker. Er holte die Ausstellung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“ an die Bertolt-Brecht-Schule.

Großer Dreesch/Maren Ramünke-Hoefer

„Mit Menschen aus fremden Kulturen umzugehen, ist nicht einfach“, sagt Propst Holger Marquardt. „Mir hilft es oft, einfach zu fragen: Woran glaubst du? Daraus entwickelte sich fast immer ein Gespräch, bei dem man sich gegenseitig ernst nahm und sich näher kommt.“ Der Theologe war einer von fünf Gästen, die gestern bei der Eröffnung der Ausstellung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“ in der Gesamtschule Bertolt Brecht vor Fünft- und Sechstklässlern Rede und Antwort standen. Schuldezernent Dieter Niesen, Pastor Markus Kiss, Propst Marquardt, Haiko Hasan Hoffmann vom Islamischen Zentrum und Mikail Troppenz vom Islamischen Bund arbeiteten heraus, dass vor allem eine Botschaft die Religionen vereint: „Frieden ist ein wesentliches Merkmal von jedem Glauben“, erklärt Holger Marquardt. „Der Frieden mit Gott, mit sich selbst und mit den anderen.“ Genau das sei auch ein Anliegen der Arbeit an der Brechtschule, erklärte Religions- und Philosophielehrer Ralf Schlenker, der die Ausstellung, der Stiftung Weltethos nach Schwerin geholt hat. Bis zum 25. Juni ist sie in einem Klassenraum im Obergeschoss der Schule zu sehen. „Egal, welchen Glauben man hat: Man kann immer miteinander reden und Probleme lösen“, gab er den Schülern mit auf den Weg.

Warum Religion überhaupt wichtig ist, wollten die Jugendlichen schließlich wissen. „Sie setzt die Eckpunkte für den Umgang miteinander“, erklärte Mikail Troppenz. „Sie erlaubt, andere Fragen zu stellen, zum Beispiel nach dem Grund unseres Daseins, und Antworten zu finden, die die Wissenschaft nicht geben kann“, ergänzte Markus Kiss. Und erklärte mit einem wunderbaren Bild, was die Philosophie von der Religion unterscheidet: „Die Philosophie ist wie eine Partnervermittlung, die viele Angebote sammelt. Die Religion ist eine Liebeserklärung an einen Einzigen.“

 

 

« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »
nach oben