Dreesch-Schwerin

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Juli

Lenin-Plastik heiß begehrt
Gadebuscher Veranstalter bittet OB um die umstrittene Statue, Teterower wollen aus der Skulptur Kirchenglocken machen

Tauziehen um Lenin: Nach der symbolischen Verhüllungsaktion der Plastik im vergangenen Monat (SVZ berichtete) und der Forderung der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, die Skulptur zu entfernen, hat auch Vize-Landtagspräsidentin Silke Gajek sich für die Beseitigung ausgesprochen: „Ein demokratischer Staat sollte keine historische Figur ehren, die eine Diktatur begründet hat. Lenin hat wesentliche Teile des Stalinismus geprägt und vorbereitet.“ Der 1985 aufgestellte, überlebensgroße Lenin vis-à-vis der Halle am Fernsehturm steht seit Jahren in der Kritik und ist regelmäßig Opfer von Vandalismus. Das Werk von Bildhauer Jaak Soans ist entgegen weit verbreiteter Ansichten allenfalls Kunst, kein Denkmal. „Da jeglicher Ortsbezug fehlt, entspricht die Skulptur nicht dem Denkmalschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommerns“, sagt Dr. Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, auf SVZ-Anfrage.
Dennoch ist die Plastik begehrt: Vor wenigen Tagen hatte sich eine Familie aus Teterow in Schwerin gemeldet. Sie wollte „für einen dreistelligen Betrag“ Lenin erwerben, die Bronze einschmelzen und daraus neue Kirchenglocken gießen lassen. Jetzt hat der Gadebuscher Veranstalter Ulf Bartel Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow angeschrieben: „Als Besitzer des Kreml in Gadebusch gewähre ich Lenin Asyl auf unbegrenzte Zeit vor meinem Kreml. Ein passenderen Ort für den alten Herren kann ich mir nicht vorstellen. Die Kosten für den Abbau und Transport übernehme ich gern. Ich freue mich auf eine positive Antwort und auf Lenin.“
Doch Gramkow hält an Lenin fest. Beide Anfragen seien überhaupt kein Angebot für sie, sagte Gramkow gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Sie sei „betroffen von dieser Art von Geschichtsauseinandersetzung“. Die Stadtvertretung habe sich für den Erhalt des Lenin-Standbildes mit einer erklärenden Tafel ausgesprochen und beschlossen, dass es als Mahnung stehen bleiben soll. Gramkow: „Selbst wenn Putin käme und die Plastik im Moskauer Kreml aufstellen wollte, würde ich sie nicht hergeben.“

 

Rundum-Sanierung für Plattenbau
Wie aus einfach Wohnen echte Lebensqualität wird

Großer Dreesch • In der Andrej-Sacharow-Straße 26-31 verwandelt die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft einen Plattenbau aus DDR-Zeiten in ein modernes, barrierefreies Wohlfühlhaus. Insgesamt 3 Millionen Euro investiert sie in dieses ambitionierte Sanierungsprojekt auf dem Großen Dreesch. Das Ergebnis nimmt bereits entscheidende Formen an.

Eckard Ruge wischt mit der Hand über seine gebräunte Stirn, heute ist ein besonders heißer Tag.
„Macht nichts“, scherzt er. „Hier geht’s immer heiß her.“ Der erfahrene Bauleiter stemmt die Hände in die Hüften, sieht an den Gerüsten hinauf und betrachtet zufrieden den Sanierungsfortschritt.

 

„Wir sind voll im Plan“, sagt er. Im April kamen die ersten Arbeiter mit ihren Fahrzeugen und Maschinen. Jetzt ist der fünfgeschossige Wohnblock aus den Siebzigern kaum mehr wiederzuerkennen: Vor den Eingängen sind ebenerdige Vorräume entstanden, Liftschächte ziehen sich aus ihnen an der Hausfront hinauf, und dort, wo einst manch Zimmer an seine Grenzen stieß, vergrößert es jetzt ein geräumiger Erker.
Mehr Platz, dafür weniger Wohnungen: „Statt 80 haben wir jetzt 69. Die, die nur ein Zimmer hatten, haben wir verbunden und daraus Zweiraumwohnungen gemacht. Weniger ist eben doch mehr.“ Der Bauleiter hat Spaß an seiner Arbeit, das merkt man. Besonders freut ihn das rasche Wachsen der Fahrstuhltürme.
„So einen ziehen wir in etwa einer Woche hoch“, erklärt er stolz. Die Lifte sind eine besonders gute Nachricht für alle, die nicht mehr gut zu Fuß sind. „Sie sind barrierearm, und der im Haus 30 ist auch für Menschen im Rollstuhl gedacht. Er hält ebenerdig in jeder Etage und fährt sogar bis in den Keller.“
Eine Frau mit weißem Haar blickt aus einem geöffneten Fenster hinunter zur Straße. Sie ist eine von 15 Mietern, die auch während der Bauphase hier wohnen.
„Wir sind den Leuten hier unheimlich dankbar, dass sie so viel Verständnis für die Sanierung aufbringen“, sagt Eckard Ruge und nickt der Frau zum Gruß zu.
Den Mann zieht es jetzt in einen der kühlen Hauseingänge. Er steigt die Treppen hinauf und betont dabei, dass auch das Innenleben des Hauses eine Frischzellenkur erhält: „Wasserleitungen, Elektroanschlüsse, energieeffizientere Heizungen“ – der Mann kommt in Fahrt – „Schallschutz, alte Sprelacartplatten raus, Gips rein …“ Im dritten Stock betritt er das Schmuckstück des Hauses: eine Maisonettewohnung über zwei Etagen.
„Hundert Quadratmeter, zwei Badezimmer, Echtholztreppe...“ Der Bauleiter schwärmt, als würde er am liebsten selbst hier einziehen. Doch noch bleibt einiges zu tun, bevor Mitte November die ersten neuen Mieter ihre Verträge unterschreiben. Für Eckard Ruge wird es dann bereits auf einer anderen Baustelle heiß hergehen.
Markus Parsch
Bild: Mit Begeisterung koordiniert Bauleiter Eckard Ruge den Umbau des DDR-Plattenbaus Fotos: SWG

Sonnenblumen schon auf Bauchhöhe
Schüler schauen fast jede Woche nach ihren gelben Zöglingen auf dem Berliner Platz

Neu Zippendorf • Der Berliner Platz strahlt in gelben und grünen Farben. Gemeinsam mit dem Verein „Die Platte lebt" und Schülern der Astrid-Lindgren-Schule hat die WGS eine Oase erschaffen.
Im Mai dieses Jahres haben die Schüler die Sonnenblumen-Setzlinge in die Erde gebracht. Inzwischen sind daraus große, blühende Pflanzen geworden, denen der zum Teil stürmische Sommer nicht viel anhaben konnte. Während den Schülern mit Hilfe der Sonnenblumen das „Einmaleins" der Gartenpflege näher gebracht wird, kümmert sich ein von der WGS beauftragtes Unternehmen um die Bewässerung der Pflanzen. „Die Idee der Kinder ist super. Die Mieter freuen sich über eine tolle Aussicht auf die blühenden Sonnenblumen", so der Geschäftsführer der WGS, Thomas Köchig. Hanne Ludow vom Verein „Die Platte lebt" betont, dass es toll sei, „wie gemeinsam für einen schönen Stadtteil gearbeitet wird. Die WGS hat keine Sekunde gezögert, sich an dem Projekt zu beteiligen". Die Sonnenblumen werden den ganzen Sommer bis auf Schulterhöhe heranwachsen und den Platz verschönern.

 

 

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