Dreesch-Schwerin

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Januar

Großer Dreesch

Großer Dreesch Januar 2021

Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft plant ein neues Wohngebiet an der Anne-Frank-Straße

Auf einer Fläche von ca. 9.000 qm sollen in vier Häusern 52 Wohnungen mit insgesamt 3.575 qm Wohnfläche entstehen. Auf der Fläche stand früher ein altes Kita-Gebäude, das im letzten Jahr nach längerem Leerstand abgerissen wurde. Die geplanten 18 Zwei-Zimmer-Wohnungen werden  zwischen 56 und 65 qm groß sein, die 28 Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 77 und 87 qm und die 6 Vier-Zimmer-Wohnungen sollen zwischen 94 und 103 qm groß sein.

„Jede Wohnung verfügt über eine moderne, zeitgemäße Ausstattung, großzügige Bäder, eine Terrasse oder Balkon. Die lebendige ansprechende Architektur sorgt für lichtdurchflutete Wohnungen in einer phantastischen ruhigen Lage mit kurzen Wegen zu Einkaufsmöglichkeiten oder dem Personen-Nahverkehr,“ informiert Martina Kaune von der SWG. Der vorhandene Baumbestand soll weitestgehend erhalten bleiben, die vier Gebäude werden um einen grünen Hof platziert. Sie sollen ruhiges Wohnen in unmittelbarer Nähe zum Dreescher Markt mit seinen Geschäften und der Straßenbahnhaltestelle bieten.

Der Bauantrag wurde kürzlich bei der Stadt eingereicht. Wenn alles nach Plan verläuft, soll noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden.

 

   

 

 

 

Sara Köhler und Anne-Katrin Schulz sind die neuen Stadtteilmanagerinnen für Neu Zippendorf und das Mueßer Holz

Der soziale Zusammenhalt ist ihnen wichtig. Sara Köhler und Anne-Katrin Schulz wollen Menschen zusammenbringen, Netzwerke knüpfen, Gemeinschaftsprojekte verwirklichen. Die beiden Schwerinerinnen sind die neuen Managerinnen für die Stadtteile Neu Zippendorf und Mueßer Holz. Im Quartier 63, abgeleitet aus der Postleitzahl 19063, ersetzen sie Sandra Tondl, die einen anderen Job antrat, und Julia Quade, die sich in Elternzeit begab.

„Wir möchten den Bewohnern zeigen, dass sie gemeinsam viele Dinge erreichen können“, sagt Anne-Katrin Schulz. Die 36-Jährige ist ausgebildete Erzieherin. Vor ihrem Wechsel ins Stadtteilmanagement arbeitete sie beim Bauspielplatz-Verein, kümmerte sich um die pädagogische Betreuung bei der Kindertafel in der Hegelstraße. Auch Sara Köhler reizt die Möglichkeit, als Stadtteilmanagerin gemeinsam mit anderen etwas bewegen zu können. Sie ist 39 Jahre alt, studierte Europäische Medienwissenschaft, Religion und Kultur, sammelte berufliche Erfahrungen in der Medienbranche und bei soziokulturellen Projekten, war zuletzt im „Mama Chocolate“ in der Friedrichstraße tätig.

Beide Quartiersmanagerinnen sind auf dem Dreesch aufgewachsen, beiden ist sehr wohl bewusst, dass es durchaus Unterschiede zwischen den Stadtteilen gibt. „In Neu Zippendorf leben zahlreiche ältere Menschen, im Mueßer Holz sind dagegen überwiegend junge Familien zu Hause, darunter auch viele Migranten“, erklärt Sara Köhler. Die Verschiedenheit sei Herausforderung und Chance.

Einen Termin haben sich die Managerinnen, die einen engen Kontakt mit den Vereinen vor Ort suchen, schon fest im Kalender notiert: Am 12. Juni soll das Stadtteilfest stattfinden. „Natürlich wollen wir dabei an 50 Jahre Dreesch erinnern“, kündigt Anne-Katrin Schulz an. Das Jubiläum solle aber auch noch bei anderen Veranstaltungen eine Rolle spielen. „Wir möchten den Wandel des Dreeschs darstellen und einen Blick in die Zukunft werfen“, sagt Sara Köhler. Bereits am 21. Februar werde es anlässlich des Weltgästeführertages einen Rundgang vom Großen Dreesch bis zum Mueßer Holz geben.

Die Stadtteilmanagerinnen, angestellt bei der LGE MV, sind auch Ansprechpartnerinnen, wenn es um den Verfügungsfond Soziale Stadt geht. Rund 40 000 Euro stehen für kleine Projekte bereit. Ihr Büro haben die Managerinnen im Campus am Turm in der Hamburger Allee 124, wo es immer montags von 13 bis 14 Uhr eine feste Sprechstunde gibt. Auch am Berliner Platz 2 sind Sara Köhler und Anne-Katrin Schulz mit einem Raum vertreten, findet jeweils dienstags von 14 bis 15 Uhr eine Sprechstunde statt. Wegen der Corona-Auflagen werden beide Gesprächstermine derzeit in Form eines Spaziergangs angeboten.

Telefonisch sind die Quartiersmanagerinnen unter der Nummer 0385/2000977 und per E-Mail unter stadtteilbuero@schwerin.de zu erreichen. Auch einen Facebook- und einen Instagram-Auftritt gibt es. Christian Koepke

 

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 Die Suchtklinik nimmt Gestalt an im Mueßer Holz

Fotos von Bernd Henke

 

 

 

Winter 2021

Winterspaziergang durch Neu Zippendorf und Mueßer Holz

Was wird aus der alten Kita Petermännchen?

Marodes Gebäude gehört dem DRK, das aber mit einem anderen Träger über einen Verkauf verhandelt.

Der Eingang ist fast zugewachsen, die Fenster sind von innen mit Holzplatten gesichert und Graffiti, soweit das Auge reicht – das Gebäude der ehemaligen Kita Petermännchen in der Pecser Straße in Neu Zippendorf hat definitiv schon bessere Tage erlebt. 2011 zogen die letzten Kindergruppen aus und in die neue Kita Future Kids in der Eulerstraße um. Zwischenzeitlich plante mal der Islamische Bund, das Haus zu einem Gemeindezentrum umzubauen. Eigentümer ist heute das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das sich aber mit Verkaufsabsichten trägt.

„Wir haben die ehemalige Kita erworben, um das Gebäude abzureißen und auf dem Grundstück eine Tagespflege und eine Sozialstation zu errichten“, sagt Jens Leupold, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Schwerin. Andere Projekte, darunter der Bau eines neuen Hortes für die Nils-Holgersson-Schule auf dem Großen Dreesch, hätten jedoch viel Kraft gekostet. Der Kreisverband habe deshalb das Vorhaben in der Pecser Straße noch einmal aufgeschoben, so Leupold.

Als Mieter mit Tagespflege und Sozialstation einziehen

Nun hat sich ein anderer Träger gemeldet, der Interesse an dem Gebäude zeigt. „Wir stehen in Gesprächen mit dem Interessenten“, berichtet Leupold. Im Februar werde voraussichtlich die Entscheidung über einen Verkauf fallen. Doch selbst im Falle einer Veräußerung werde dem DRK weiter an einer Präsenz in der Pecser Straße gelegen sein, erklärt der Geschäftsführer. „Wir könnten uns auch vorstellen, als Mieter mit einer Tagespflege und einer Sozialstation in einen Neubau einzuziehen.“

Die alte Kita entstand Ende der 1970er-Jahre im damaligen zweiten Bauabschnitt. Tausende Schweriner Kinder haben in mehr als 30 Jahren in den dortigen Räumen das Laufen, Singen, Malen, Basteln und vieles mehr gelernt. Weil aber das nur teilsanierte Gebäude zu den Energiefressern unter den städtischen Kitas gehörte, entschied sich die Kommune vor nunmehr zehn Jahren dafür, den Standort aufzugeben.

Quelle: https://www.svz.de/

 

Einer der ersten Mieter auf dem Dreesch: „Hier bleibe ich bis zum Schluss“

Wer wissen will, warum Egon Schallock so gerne im Hochhaus an der Stralsunder Straße 2 in Neu Zippendorf wohnt, den führt der 91-Jährige auf seinen Balkon. „Hier habe ich ihn immer im Blick“, sagt er. Vierter Stock, allerbeste Aussicht auf den Fernsehturm. „Diesen Blick genieße ich hier von Anfang an.“

1982 die Neubauwohnung am Fernsehturm bezogen

Der Anfang auf dem Dreesch war für Familie Schallock Ende 1982. Der Elfgeschosser an der Stralsunder Straße war bezugsfertig, die Verlosung der Wohnungen, die Aushändigung der Zuweisungen und der Abschluss der ersten Mietverträge unter Dach und Fach. Familie Schallock packte ihr Hab und Gut in Görries zusammen. Endlich eine Neubauwohnung, dort, wo in Schwerin schon zehn Jahre zuvor damit begonnen worden war, eine Stadt in der Stadt aus dem Boden zu stampfen. Arzt, Apotheke, Post, Bank, Wochenmarkt auf dem Berliner Platz, Frisör und der Zippendorfer Wald vor der Haustür. Schallock: „Alles was wir brauchten, war in unmittelbarer Nähe.“

„In unseren alten Wohngegenden kannte man sich. Hier war alles neu. Doch wir Mieter bekamen schnell Kontakt zueinander“, sagt der Diplom-Wirtschaftler, der früher im Wirtschaftsrat des Bezirks gearbeitet hatte. Akademiker, Angestellte, Arbeiter, Meister und Doktoren – alle unter einem Dach in insgesamt 164 Wohneinheiten im gesamten Gebäudekomplex mit den Hausnummern 2, 4 und 6. „Wir haben viele Sachen gemeinsam gemacht. Die Grünanlagen gepflegt, Altstoffsammlungen durchgeführt. So kam auch Geld in die Hauskasse“, erinnert sich der Rentner. Und dieses Geld war gut zu gebrauchen, wenn Feste jeglicher Art anstanden.

Ein Ohr für die Probleme der Bewohner

Egon Schallock holt eine grüne Mappe aus einer der Vitrine, die voller Sachen steht, die sich im Laufe der Jahrzehnte angehäuft haben. Kleine Figuren, die seine mittlerweile verstorbene Frau so gerne gesammelt hat, Teeservice, die sich von Geburtstag zu Geburtstag immer mehr vervollständigten, Pokale, die sich die besten Flieger aus dem Taubenschlag der Schallocks verdient hatten, Urkunden für die hervorragenden Verdienste des Gartenfreundes Egon Schallock vom Kleingartenverein „Am Fernsehturm“. In der grünen Mappe sind Luftaufnahmen vom Dreesch. Die hat er mal geschossen, als er einen Flug über Schwerin machen konnte. Und Fotos, die ältere Männer und Frauen an einer üppig gedeckten Kaffeetafel zeigen, hat er auch aufbewahrt. „Da haben wir das 20-jährige Bestehen unseres Hochhauses gefeiert“, sagt der gebürtige Stettiner. Und zu diesem Anlass haben – neben einem Gedicht – Nachbarn auch zehn Gründe aufgeführt, warum sie sich hier so überaus wohlfühlen. Weil man sich aufeinander verlassen kann, steht dort. Weil niemand allein gelassen wird. Weil man in Notlagen aufrichtige Hilfsbereitschaft erlebt. Weil bei Abwesenheit der Nachbar nach dem Rechten sieht, die Blumen gießt und den Briefkasten leert. Ist das heute auch noch so? „Ja, zum größten Teil“, sagt Egon Schallock. Das läge auch daran, dass viele Menschen hier schon sehr lange wohnen – und auch bleiben möchten. So wie Egon Schallock, der jetzt alleine in der 90 Quadratmeter großen Wohnung lebt, der noch gut zu Fuß ist, sich einbringt in die Hausgemeinschaft. So wie er es nach der Wende als ehrenamtlicher Mieterkontaktbeauftragter gemacht hat, der ein Ohr für die Probleme der Mieter in diesem riesigen Wohnkomplex hatte und ein Auge darauf, dass nicht zu viel Sperrmüll auf den Wegen landet.

Stralsunder Straße 2 – hier möchte der 91-Jährige bleiben. „Bis zum Schluss“, sagt er und schaut aus dem Wohnzimmerfenster auf die Bäume, die schon braune Blätter tragen. Der Fernsehturm ragt stolz in den Himmel. „Schade, dass das Restaurant zu ist.“ Aber wegen des Mitmach-Museums in dieser Woche kann er ihn besuchen – und von dort oben ausnahmsweise mal den Blick auf seinen Wohnblock genießen.

Quelle: https://www.svz.de/

 

25 Millionen Euro für den Monumentenberg

Schweriner Wohnungsgesellschaft startet in diesem Jahr mehrere Großprojekte. Viel Geld fließt auf den Dreesch.

Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) investiert auch in diesem Jahr wieder mehrere Millionen Euro in verschiedene Vorhaben. Das größte Projekt neben der Umgestaltung des Berliner Platzes startet am Monumentenberg.

Der liegt auf dem Großen Dreesch zwischen Grünem Tal und Dreescher Markt. In den vergangenen Jahren wurden hier viele Plattenbauten abgerissen – darunter auch die ehemalige Poliklinik und eine Kita. Vor allem die SWG war hier bislang aktiv, jetzt zieht die WGS nach: Für mehr als 25 Millionen Euro will sie ihre Häuser und Außenanlagen entlang der Anne-Frank- und der Friedrich-Engels-Straße modernisieren.

„Das betrifft 163 Wohnungen“, sagt WGS-Chef Thomas Köchig. „Es wird eine Drei-Jahres-Baustelle, mit der wir jetzt erst beginnen. Rund zwei Millionen Euro werden wir in diesem Jahr hier in die Hand nehmen.“

Abriss an der Pankower Straße kann endlich beginnen

Wenige Kilometer weiter im Osten, in Neu Zippendorf, liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem großen Wohnkomplex an der Magdeburger und Pankower Straße. Für 1,2 Millionen Euro wird der abgerissen, inklusive Stadtteiltreff Eiskristall. Die Arbeiten hier sollten eigentlich schon im November beginnen, doch zwei Mieter, die trotz Kündigung nicht auszogen, blockierten das Vorhaben für mehrere Wochen.

 Quelle: https://www.svz.de/

Schweriner Wohnungsgesellschaft startet in diesem Jahr mehrere Großprojekte / Viel Geld fließt auf den Dreesch

Abriss, Sanierung, völlige Umgestaltung: Die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) investiert auch in diesem Jahr wieder mehrere Millionen Euro in verschiedene Vorhaben. Das größte Projekt neben der Umgestaltung des Berliner Platzes startet am Monumentenberg. Der liegt auf dem Großen Dreesch zwischen Grünem Tal und Dreescher Markt. Vor allem die SWG war hier bislang aktiv, jetzt zieht die WGS nach: Für mehr als 25 Millionen Euro will sie ihre Häuser und Außenanlagen entlang der Anne-Frank- und der Friedrich-Engels-Straße modernisieren.

„Das betrifft 163 Wohnungen“, sagt WGS-Chef Thomas Köchig. „Es wird eine Drei-Jahres-Baustelle, mit der wir jetzt erst beginnen. Rund zwei Millionen Euro werden wir in diesem Jahr hier in die Hand nehmen.“

Wenige Kilometer weiter im Osten, in Neu Zippendorf, liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem großen Wohnkomplex an der Magdeburger und Pankower Straße. Für 1,2 Millionen Euro wird der abgerissen, inklusive Stadtteiltreff Eiskristall. Die Arbeiten hier sollten eigentlich schon im November beginnen, doch zwei Mieter, die trotz Kündigung nicht auszogen, blockierten das Vorhaben für mehrere Wochen.

Die WGS zog vor Gericht und erhielt vor wenigen Tagen das Urteil: Die ehemaligen Mieter müssen jetzt endgültig raus. Eine Ausweichwohnung haben sie ohnehin seit Monaten. Damit kann der Abriss nun wie geplant richtig los- beziehungsweise weitergehen. Seit Herbst werde schon der Innenbereich geräumt, so Köchig.

In ihre Häuser in der Möwenburgstraße am Ziegelsee will die WGS in diesem Jahr ebenfalls viel Kraft und Geld investieren. Die alten unsanierten Siedlungsbauten werden völlig neu strukturiert und zu schicken Appartements und Stadthäusern umgestaltet. Statt 60 wird es dann nur noch 53 Wohneinheiten geben, auch die Quadratmetermiete wird deutlich angehoben. Allerdings lag der Preis hier zum Teil unter vier Euro, die Wohnungen waren sehr klein und längst nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Nach ersten Protesten einzelner Mieter, die während der aufwändigen Sanierung ausziehen müssen, habe man nun jedoch für alle Ausweichquartiere gefunden, so Köchig. „Einige von ihnen würden auch gerne wieder zurückziehen.“ Insgesamt 8 Millionen Euro kostet der gesamte Umbau, etwa 6,5 Millionen davon würden in diesem Jahr verbaut.

Übrigens: Die Umgestaltung Möwenburgstraße geht auf ein Azubi-Abschluss-Projekt bei der WGS zurück. Die Idee stamme also von jungen Nachwuchskräften, man habe sich in der Umsetzung sehr eng an deren ursprünglichen Pläne gehalten, erzählt Thomas Köchig stolz.

Die übrigen Maßnahmen, die 2021 angeschoben werden, erscheinen dagegen fast klein: In der Beltzstraße 20 werden acht Wohnungen saniert. Kostenpunkt: eine Million Euro. In der Wagnerstraße 40 bis 44 sind in den nächsten drei Jahren 15 Wohnungen dran für insgesamt 3,7 Millionen Euro. Und die Bredelstraße 21 bis 39 bekommt bis 2022 eine neue Fassade und neue Balkone - für insgesamt 2,35 Millionen Euro.

Fertig gestellt werden in diesem Jahr die Arsenalstraße 15. Aus der ehemaligen Anlaufstelle der „Frauen im Zentrum“ sind für 2,4 Millionen Euro Wohnungen geworden. An der Wuppertaler Straße wurde für 1,3 Millionen Euro ein neuer Block gebaut.

Insgesamt 11 Millionen Euro hat die Modernisierung des L-förmigen Gebäudes in der Edgar-Bennert-Straße gekostet. Hier gab es sogar neue Fahrstühle und ein absolutes Novum für Schwerin: eine behindertengerechte Wohnung auf Zeit. Gefordert wurde die auch von der Stadtpolitik und wendet sich an Mieter, die aus dem Krankenhaus oder der Reha entlassen werden, ihre eigene Wohnung im Obergeschoss aber nicht nutzen können, weil sie zum Beispiel vorübergehend im Rollstuhl sitzen. Maren Ramünke-Hoefer

 

 

Albert-Schweitzer-Schule weist erheblichen Sanierungsbedarf auf – Hauptausschuss entscheidet über neuen Standort

Muesser Holz

Endlich soll die Entscheidung fallen. Bereits seit Monaten ist der Neubau der Albert-Schweitzer-Schule im Gespräch. Mit der Bestätigung des Doppelhaushaltes 2021/22 sind die Mittel für den Bau bereits beschlossene Sache. Jetzt muss nur noch über den neuen Standort entschieden werden.

Die Albert-Schweitzer-Schule in der Lise-Meitner-Straße hat einen Förderschwerpunkt für geistige Entwicklung. Doch der Besuch der Schule im Mueßer Holz ist für Schüler und Lehrer schon lange kein Spaß mehr. Das Gebäude hat einen so erheblichen Sanierungsbedarf, dass Analysen im Auftrag der Landeshauptstadt einen Neubau empfehlen. Der sei kostengünstiger, als die Sanierung des jetzigen Standortes. „Um eine fundierte Planung der aufwachsenden Schule vorantreiben zu können, bedarf es einer ebenso langfristigen Standortentscheidung“, heißt es im Antrag der Verwaltung, der am Dienstag im Hauptausschuss diskutiert werden soll.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Albert-Schweitzer-Schule die einzige Bildungseinrichtung in der Landeshauptstadt, die den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hat. Allein daher ist ihr Bestand langfristig gesichert. Und Jahr für Jahr steigen laut Stadt die Schülerzahlen. Im Schuljahr 2019/20 hatte die Albert-Schweitzer-Schule 23 Schüler mehr als geplant. Der aktuelle Bau wird den wachsenden Schülerzahlen nicht mehr gerecht.

Um den richtigen Platz für einen Neubau zu finden, habe die Verwaltung insgesamt acht Standorte geprüft. Dabei sei unter anderem Wert auf eine vertraute Umgebung und die Nähe zu Grund- und weiterführenden Schulen sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gelegt worden. Da etwa 72 Prozent der Schüler aus den Dreesch-Stadtteilen kommen, sollte auch der neue Standort der Schule weiter in diesem Gebiet sein. „Für die Auswahl eines Standortes wurde daher eng mit der Schulleitung und dem staatlichen Schulamt zusammengearbeitet“, heißt es weiter in dem Antrag.

Das passende Grundstück hat die Verwaltung kaum 20 Meter Luftlinie entfernt gefunden. Auf der Brachfläche zwischen Steinspielplatz und Petrusgemeinde soll der neue Millionen-Bau entstehen. Der Ortsbeirat Mueßer Holz trage die Standortentscheidung mit. Der dort angelegte Blattgarten muss dem Neubau jedoch weichen. Ganz verschwinden wird er allerdings nicht. „Der auf dem Grundstück angelegte Blattgarten wird unter Beachtung räumlicher Anforderungen des Schulneubaus innerhalb des Flurstücks in nördlicher Ausrichtung verlegt“, heißt es.

Einen Baustart gibt es noch nicht. Schuldezernent Andreas Ruhl hatte einen Beginn der Bauarbeiten in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Zuvor muss der Hauptausschuss am Dienstag aber der Standortfrage abschließend seinen Segen geben. Sebastian Kabst

Schöne Aussichten für die Platte

Arm und Reich wohnen in Schwerin extrem ungleich verteilt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsforscher Prof. Dr. Marcel Helbig in seiner „Segregationsstudie“, die bundesweit für Aufsehen sorgte. „Wer die Situation ändern will, muss in den Markt eingreifen“, sagte Helbig jetzt in einer Online-Diskussionsrunde, in der über Zukunftsperspektiven für Neu Zippendorf und das Mueßer Holz gesprochen wurde, wo der Anteil von Hartz-IV-Beziehern besonders hoch ist.

Helbigs Vorschlag: die Plattenbau-Quartiere für Mittelschichtler attraktiv machen und den sozialen Wohnungsbau in wohlhabenden Stadtteilen forcieren. Langfristig könne so der Ungleichverteilung entgegengewirkt werden. Eine bedeutende Rolle komme auch dem Quartiersmanagement in Neu Zippendorf und dem Mueßer Holz zu, so der Forscher.

Ein Umzug allein nütze ärmeren Familien noch nicht, erklärte die Sozialwissenschaftlerin Ulrike Milstrey von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung. „Es kommt vor allem auch auf den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten an, auf Partizipations- und Teilhabechancen.“

Viele Bewohner fühlen sich unsicher

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Roland Fröhlich präsentierte Milstrey die Ergebnisse von Bewohnerbefragungen, stellte die Grundzüge eines überarbeiteten Stadtentwicklungskonzeptes für Neu Zippendorf und das Mueßer Holz vor.

Drei Viertel der Bewohner wollen in den Stadtteilen bleiben, berichtete Milstrey. Wer sich mit dem Gedanken an einen Wegzug aus den Plattenbaugebieten trage, fühle sich unsicher und durch das negative Image der Stadtteile stigmatisiert. Etwa 60 Prozent der Befragten hätten sich über Probleme in der Nachbarschaft beklagt.

Laut Milstrey wünschen sich die Bürger in Neu Zippendorf und dem Mueßer Holz unter anderem mehr Ärzte, eine bessere Ausstattung der Spielplätze, zusätzliche Freizeitangebote, weitere Orte für die Jugend und einen kleinteiligeren Einzelhandel.

Unterschiede zwischen den Stadtteilen

Es gäbe jedoch durchaus Unterschiede zwischen Neu Zippendorf und dem Mueßer Holz, erläuterte Roland Fröhlich. Während die Einwohnerzahl von Neu Zippendorf zurückgehe und der Anteil älterer Menschen hoch sei, wachse das Mueßer Holz insbesondere durch den Zuzug von Zuwanderern, sei ein junger Stadtteil. Während es in Neu Zippendorf einen planmäßigen Stadtumbau gäbe, hätten im Mueßer Holz private Eigentümer die Wohnungsversorgung weitgehend übernommen, so Fröhlich.

Bei der weiteren Entwicklung in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz müssten soziale Angebote und bauliche Maßnahmen miteinander verbunden werden, forderten Milstrey und Fröhlich. Dabei solle sich die Stadt auf drei Zentren konzentrieren, den Berliner Platz, den es neu zu beleben gelte, den Keplerplatz, der aufgewertet werden müsse, und die Hegelstraße, die neu zu entdecken sei.

Stadt bittet um weitere Vorschläge

„Wir haben eine Strategie“, versicherte Andreas Thiele, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Wirtschaft bei der Stadt. Der Stadtumbau laufe, es gäbe bereits Wohnumfeld-Verbesserungen. Mit dem Campus am Turm sei im Mueßer Holz ein neues Stadtteilzentrum geschaffen worden, so Thiele.

Im Mai oder Juni solle die Arbeit an dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept abgeschlossen werden, sagte Fachdienst-Mitarbeiter Reinhard Huß, in der von Stadtumbau-Expertin Prof. Dr. Heike Liebmann moderierten Online-Diskussion. „Wir freuen uns über jede weitere Anregung.“ Quelle SVZ

 

Tafel will Angebot erweitern und sucht weiter Ehrenamtliche, die gern erzählen

Obst, Gemüse, Brot, Wurst, Joghurt – die Tasche, die Roland Görtz von der Schweriner Tafel in den dritten Stock hinaufträgt, ist prall gefüllt. Roland Müller wartet schon auf ihn. Der 64-Jährige ist gehbehindert, lebt allein in seiner kleinen Wohnung auf dem Großen Dreesch, muss mit Hartz IV auskommen. Dankbar nimmt Müller die gespendeten Lebensmittel in Empfang. „Ich bin auf die Unterstützung durch die Tafel angewiesen, um über die Runden zu kommen“, sagt Müller.

Der Schweriner freut sich aber nicht nur über die Lebensmittel. Er genießt es auch, mit dem Mitarbeiter der Tafel ein paar Worte wechseln zu können. „Wir reden über Alltagsprobleme, über die Themen, die gerade anliegen“, berichtet Müller. Natürlich spiele Corona immer wieder eine große Rolle.

Roland Görtz nimmt sich die Zeit für einen kurzen Plausch, obwohl er bei der mobilen Tafel eigentlich eine Menge zu tun hat. Rund 40 Menschen versorgt der Schweriner jede Woche mit den Artikeln, die von den Supermärkten zur Verfügung gestellt wurden. Manche Kunden wünschten wegen der Corona-Pandemie keinen direkten Kontakt, die meisten seien aber froh, wenn sie ein bisschen erzählen könnten, schildert Görtz.

„Nahrung für die Seele“, so nennt der Tafel-Vorsitzende Peter Grosch die kleinen Schwätzchen bei der Übergabe der Lebensmittel-Tüten. Weil die Bürger, die von der mobilen Tafel beliefert würden, immer häufiger ein Gespräch wünschten, dankbar seien für ein nettes Wort und ein offenes Ohr, wolle die Tafel ihr Angebot erweitern, erklärt Grosch. „Wir suchen deshalb zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiter, die gerne erzählen, aber auch gut zuhören können.“ Zwei Interessierte hätten sich auf einen ersten Aufruf in der SVZ bereits gemeldet, so der Tafel-Chef. Weitere Helfer könnten sich ebenfalls gern unter der Telefonnummer 0385/48384685 bewerben.

Seit knapp zehn Jahren gibt es die mobile Tafel, die die zahlreichen Ausgabestellen ergänzt, die die Schweriner Tafel in Westmecklenburg unterhält. Wer bedürftig und wie Roland Müller zum Beispiel gehbehindert ist, bekommt die Lebensmittel für einen symbolischen Euro frei Haus.

Auch Roland Görtz engagiert sich als Fahrer ehrenamtlich für die Tafel. Nach einem erfüllten Berufsleben wolle er Menschen helfen, denen es nicht so gut gehe wie ihm, sagt er. Christian Koepke

 

 

 

 

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